Projekte << Not another vampire movie

Icon KalenderMay 9
Icon Zeit18:00 Uhr
Icon LocationOnline
Icon VeranstaltungsformatSonstiges
Icon SpracheDeutsch/Englisch
Icon Barriereeigenschaft

Not another vampire movie ist ein Dokumentarfilm des Filmkollektiv fiktiv! über queere Identitätskonstruktion, der als Annäherung an die Thematik eine reale Casting-Situation zum Anlass nimmt. In einem offenen Casting werden Interessent:innen, u.a. aus der queeren Szene Hamburgs, dazu eingeladen, die Rollen in einem queeren Vampirfilm mitzuentwickeln. Performativ übernehmen diese die Macht über den Dokumentarfilm und konstruieren im Rahmen des Castings ihre (Film-)Identitäten als queere Vampir:innen. Durch das Spiel mit Inszenierung verschwimmen allmählich die Grenzen des dokumentarischen Formats bis ins Unkenntliche. Die Idee zu diesem Dokumentarfilm ist aus dem tatsächlichen Vorhaben hervorgegangen einen queeren Vampirfilm zu verwirklichen. Der Dokumentarfilm widmet sich nun dem Casting zu diesem Spielfilm. Dieses Casting ist insofern ungewöhnlich, als dass es die Teilnehmer:innen dazu auffordert die Rollen, auf die sie sich bewerben, mit zu kreieren. Das Casting bildet das Herzstück des Dokumentarfilms, wovon sich die Macher:innen des Films mindestens zwei Dinge versprechen: Sie sehen darin einerseits eine Szenestudie, in der sie mit queeren Vertreter:innen aus Hamburg ins Gespräch kommen, um herauszufinden, was Queerness (für sie) ist und wie sie Queerness (für sich) auslegen. Zum anderen bildet fundierte Auseinandersetzung mit der Thematik die Grundlage für den Vampir-Dokumentarfilm: Das Filmkollektiv fiktiv! nähert sich den Themen in Not another vampire movie jedoch immer im engen Kontakt mit queeren Menschen und versucht den Film nach ihren Bedürfnissen, Wünschen und Belangen auszugestalten. Denn: Viel zu viele Filme repräsentieren Queerness in Richtungen, die sprachlos, traurig und/oder wütend machen. In Not another vampire movie können die Potagonist:Innen ihre Gestalt immer wieder verändern und neu erschaffen, was Queerness mit ihrem Wunsch nach Mehrdeutigkeit, Pluralität, Fluidität, Dezentriertheit gleich kommt. Es kommen Fragen auf wie: Was ist Realität? Was ist Inszenierung? In welche Rollen schlüpfen wir, freiwillig und unfreiwillig? Wie erschaffen wir uns selbst? Wie werden Vampir:innen im Film dargestellt? Wie kann die Vampir:in-Figur queer angeeignet werden?

Gut zu wissen

Der Film hat englische und deutsche Untertitel zur Auswahl. Das Gespräch mit dem Filmkollektiv fiktiv! im Anschluss wird auf deutscher Lautsprache mit englischen Untertiteln sein.

Icon Barriereeigenschaft

Untertitel in deutsch

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Team

Filmkollektiv fiktiv!

Hinter Not another vampire movie steht fiktiv!, ein künstlerisch-forschendes Filmkollektiv aus Hamburg, das sich aus diversen Individuen mit unterschiedlichen technischen, kreativen, kritischen und wissenschaftlichen Kompetenzen zusammensetzt. Weil fiktiv! der konventionellen Filmlandschaft hinsichtlich ihrer Arbeitsweisen und hierarchischen Strukturiertheit skeptisch gegenüberstehen, haben wir uns in Abgrenzung dazu zusammengefunden, erproben nun selbstständig andere Produktionsverhältnisse. Kennengelernt haben wir uns über politische Zusammenhänge, über die Ausbildung zu Filmemacher:innen sowie über unsere geteilte Leidenschaft am experimentellen Umgang mit dem Medium. Die Potentiale von Film jenseits von gängigen Erzählungen und Erzählweisen auszuschöpfen um Reflexionsprozesse in Gang zu setzen, ist für uns die treibende Kraft. Inhaltlich beschäftigen wir uns dabei vordergründig mit Fragen um Identität, Biografie, Rassismus, Sexismus, Kapitalismus, Repräsentation, Seh- und Denkgewohnheiten sowie Macht- und Ideologiekritik. In der praktischen Umsetzung arbeiten wir dafür gerne an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft, was auf das filmische Schaffen übertragen für uns heißt, Form und Inhalt so zusammenzubringen, dass Hegemonien mal subtil, mal plakativ nicht nur sichtbar sondern auch irritiert und dekonstruiert werden. Unser gesetztes Ziel ist es, radikal andere Räume denkbar zu machen, wofür wir mit Strategien von Prozessualität, Fragmentierung, Non-Linearität, Fiktionalisierung und Polyphonie experimentieren. Für die Suche nach Utopien, die wir auf die Leinwand bringen wollen, suchen wir immer während nach Erzählungen und Erzählweisen, die gängigen Narrationen, Sehgewohnheiten und Repräsentationskonventionen im Sinne gesellschaftlicher Emanzipation entgegengestellt werden können. In gemeinsamen Projekten (Der "Fall" Glücksring, Vampire Madness (AT), Frag me (AT)) setzten wir uns in der Vergangenheit bereits mit Alternativen zum male und white gaze sowie mit Möglichkeiten von queeren Ästhetiken auseinander. Als wir nach unserem letzten Film noch sehr viel Kunstblut übrig hatten, stand für uns schnell fest, dass wir als nächstes einen Vampir:innen-Film realisieren wollen.